Seit seiner ersten, zufälligen Begegnung mit dem Bürgermädchen Emilia Galotti ist der labile und egozentrische Prinz von Guastalla von dem Gedanken besessen, dieses Mädchen zu besitzen. Als er von ihrer unmittelbar bevorstehenden Hochzeit mit dem Grafen Appiani erfährt, gibt er in seiner Verzweiflung dem Marchese Marinelli, seinem intriganten Kammerherrn und Vertrauten, freie Hand, alles zu tun, um die Heirat zu verhindern. Dieser läßt das Paar durch zwei bezahlte Verbrecher auf dem Wege zur Trauung überfallen und Appiani ermorden. Der Überfall ereignet sich in der Nähe des prinzlichen Lustschlosses Dosalo, so daß Marinelli einige seiner Bediensteten den Überfallenen scheinbar zu Hilfe eilen lassen kann. Emilia wird zusammen mit ihrer Mutter, Claudia Galotti, auf das Schloß in „Sicherheit“ gebracht. Claudia erkennt schon bald die wahren Zusammenhänge – im Gegensatz zu Emilia, die sich, durch die Ereignisse völlig verstört, beinahe willenlos in ihr Schicksal fügt. Die Lage spitzt sich zu, als Odoardo Galotti, Emilias Vater, auf das Schloß kommt. Er trifft dort die Gräfin Orsina, die wegen Emilia verlassene ehemalige Geliebte des Prinzen, und erfährt durch sie von Appianis Tod und seinen möglichen Folgen für Emilia. Am Ende des Gesprächs gibt Orsina Odoardo einen Dolch, damit er sie und Appiani räche. Der alte Galotti jedoch zwingt sich zur Ruhe; er will die Rache selbst dann noch Gott überlassen, als er hört, daß der Prinz Emilia von ihren Eltern trennen und in das Haus seines Kanzlers bringen lassen will, bis der Überfall völlig aufgeklärt sei. Als Odoardo gerade im Begriff ist, das Schloß zu verlassen, trifft er auf Emilia. Obwohl diese mittlerweile den wirklichen Sachverhalt erahnt, fürchtet sie, den Verführungen des Hoflebens zu erliegen. Sie glaubt ihre Ehre nur durch den Tod retten zu können und fleht Odoardo an, ihr den Dolch zu geben oder sie selbst zu töten. Nach einigem Zögern gibt Odoardo ihrem Drängen schließlich nach und ersticht sie.
Leseprobe: Emilia Galotti (1772)
6. Januar 2010Jakob Michael Reinhold Lenz- Die Soldaten 1776
16. Dezember 2009Marie Wesener, eine Kaufmannstochter, beginnt eine Beziehung mit dem jungen Offizier Desportes, obwohl sie mit dem Tuchhändler Stolzius verlobt ist. Maries Vater erkennt nach anfänglichem Widerstand, dass sich mit der Liebschaft seiner Tochter soziale Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen und hilft Marie, sich mit Hilfe eines Abschiedsbriefes an Stolzius erstmal von ihm zu lösen, ihn jedoch noch warmzuhalten, falls es mit Desportes doch nicht klappen sollte. Doch dem jungen Offizier geht es nur um eine kurze Affäre. Obwohl Maries Vater dessen Schulden bezahlt, wendet sich Desportes von Marie ab. Sofort wirbt ein anderer Soldat um sie.
Als sie den jungen Grafen de la Roche kennenlernt, nimmt dessen Mutter Marie in ihre Obhut, um sie vor Nachstellungen zu schützen. Marie kann Gesellschafterin der Gräfin werden, unter der Bedingung, dass sie ein Jahr keinen Mann zu sehen bekommt. Sie trifft sich jedoch mit dem um sie werbenden Soldaten und verlässt daraufhin die Gräfin. Als dieser Soldat jedoch bemerkt, dass sie auch dem jungen Grafen de la Roche Hoffnungen gemacht hat, lässt er sie ebenfalls fallen.
Marie macht sich derweil auf die Suche nach Desportes, dieser lässt sie jedoch von einem Jäger aufhalten, mit unredlichen Absichten („Was der nun aus ihr macht, will ich abwarten […]“). Als Desportes dieses in Gegenwart von Stolzius zugibt, wird er von Stolzius vergiftet. Mary, ein Freund Desportes und ehemaliger Werber um Marie, will daraufhin seinen toten Freund rächen, aber Stolzius hat sich ebenfalls vergiftet. Sterbend macht er dem Stand der Soldaten zum Vorwurf, dass sie junge Mädchen verführten und so zu Ausgestoßenen aus der Gesellschaft machen würden.
Maries Vater hat sich derweil ebenfalls auf den Weg zu Desportes gemacht. Er findet seine hungernde Tochter bettelnd auf der Straße. Erst erkennt er sie nicht, dann fallen sie sich in die Arme.
Um die „Folgen“ des ehelosen Standes der Soldaten künftig verhindern zu können, soll eine „Pflanzschule von Soldatenweibern“ gegründet werden
„Der gestiefelte Kater“ von Ludwig Tieck, 1797
15. Dezember 2009Leseprobe:
Da richtet sich der Kater auf, gähnt und streckt sich und sagt: »Mein lieber Gottlieb. Ich hab solches Mitleid mit dir.« Vor Schreck fällt Gottlieb vom Stuhl. Fassungslos ruft er aus: »Wie, Kater, du sprichst?« »Der Kater spricht?«, zischt es im Publikum. »Wie ist denn das möglich? Das darf doch nicht wahr sein!« Der Kater schnurrt: »Warum soll ich nicht sprechen können, Gottlieb? Alle Katzen können sprechen, wir lassen es uns nur nicht anmerken, damit wir unsere Ruhe haben. Ich aber will dir helfen, weil du ein lieber Mensch und immer gut zu mir gewesen bist.«
Romantik am Beispiel von „Der gestiefelte Kater”
„Stück in Stück“:
- Auf der Bühne wird eine weitere Theaterbühne dargestellt, die das Stück über einen gestiefelten Kater aufführt. Neben den fiktiven Figuren gibt es ein fiktives Publikum, einen fiktiven Dichter und ein fiktives Bühnenpersonal, das mit den Figuren untereinander agiert. Die fiktiven Zuschauer kommentieren dabei die eigentliche Handlung oder sprechen die Schauspieler direkt an. Doch auch die Schauspieler fallen gelegentlich aus ihrer Rolle. Der fiktive Dichter nimmt oft eine Vermittlerrolle zwischen diesen beiden Gruppen ein.
Ironie-Konzept:
- Romantische Ironie: ununterbrochene Wechsel zwischen gegensätzlichen Elementen (z.B.: ständige Unterbrechungen der Bühnenhandlung durch Zuschauer, Schauspieler oder den Dichter) und selbstreflexive Momente (z.B.: 3. Akt “Saal im Palast”: zwei Figuren streiten über die Qualität des Stückes)
- Doppelte Ironie (Publikum macht einen Scherz -> das scheinbar ironisch Gemeinte trifft wortwörtlich zu)
- „wild gewordene Ironie“ (Schauspieler vergessen angeblich ihre Rollenaufträge, spielen aber tatsächlich die von Tiecks vorgegebene Handlung weiter)
1848/49 Revolution in Deutschland
15. Dezember 2009soziale Nöte und Hungerjahre führen dazu, dass nun auch der vierte Stand -die Proletarier- an der liberalen Bewegung teilnehmen. Es kommt zu Barrikadenkämpfen in Berlin, Friedrich Wilhelm 4 gibt Zugeständnisse zu einer Ausarbeitung einer Verfassung.In der Paulskirche in Frankfurt wird eine konstitutionelle Verfassung mit Grundrechten vom Bildungsbürgertum ausgearbeitet.Friedrich Wilhelm lehnt die Krone jedoch ab, die revolutionäre Bewegung hat keine Machtmittel und ist in sich nicht geschlossen,die Masse der Bevölkerung ist in der Paulskirche nicht vertreten und steht nicht hinter deren Beschlüsse. Die Revolution scheitert und es kommt zur Gegenrevolution durch die konservativen Kräfte.
1832 Hambacher Fest
15. Dezember 2009Julirevolution in Frankreich gibt Impuls zum Hambacher Fest auf dem liberale Bürger und sogar Frauen den Fordrungen nach Einheit und Freiheit nachgehen.
Industrialisierung
15. Dezember 2009Technischer Fortschritt, Entwicklung der Infrastruktur,Urbanisierung,Mechanisierung führt zur Fließbandarbeit, Arbeiter wird als Proletarier ausgenutzt und ausgebeutet.Wirtschaftsliberalismus “Soziale Frage“, Karl MarxEntfremdung vom Produkt der Arbeit, Konflikt Arbeiter und Unternehmer,Massenpauperismus in den Städten, Umweltverschmutzung
1819 Karlsbadener Beschlüsse
15. Dezember 2009Anlässlich der Ermordung des konservativen Kotzebue durch den liberalen Sand wurden die Karlsbadener Beschlüsse gefasst:
-Versammlungsverbot
-Pressezensur
-Verbot von Burschenschaften
-„Demagogenverfolgungen“
-Einrichtung von Kontrollbehörden,
Kontrolle von öffentlichen Einrichtungen, Universitäten und Schulen
Beschlüsse erreichen ihr Ziel, das Bildungsbürgertum zieht sich ins Privatleben zurück und wird politisch inaktiv.àZeit des Biedermeiers
1817 Wartburgfest
15. Dezember 2009Anlässlich der 300-Jahr-Feier der Reformation und vier Jahre nach dem Sieg über Napoleon Kundgebung von Studenten und Gebildeten mit Forderung von Freiheit und Einheit.Erste Gründungen von Studentenbewegungen, Burschenschaften und Turnbewegungen
Preußische Reformen 1812
15. Dezember 2009Frust über die anhaltenden Probleme trotz französischer Revolution und rationaler Wissenschaften lösen nicht alle Probleme.Rückbesinnung auf ein vereinfachtes Weltbild vor der Revolution. in Deutschland :i
mmer noch feudale Standesordnung und Abhängigkeit der Bauern, Patrimonialgerichtsbarkeit trotz preußischer Reformen 1812:
- Durch die Reformen zwar Bauernbefreiung, die Landesherren sollten jedoch in Form einer Landesabtretung entschädigt werden, sodass sich die wirtschaftliche Lage der Bauern sogar verschlechterte,
- Heeresreform
- Judenemanzipation
- Schulreform
- Beginn des Pauperismus, Landflucht der Bauern
- Gewerbefreiheit bildet Voraussetzungen für die Industrialisierung:
Wiener Kongress 1814/15
15. Dezember 2009Wiener Kongress 1814/15:
Nach dem gemeinsamen Sieg über Napoleon in der Vielvölkerschlacht bei Leipzig wünschten sich die Masse der Bevölkerung ein einheitliches Deutschland und kein Partikularismus.Enttäuschung durch den
- Wiederherstellung (Restauration) der fürstlichen Dynastien durch die 5 Großmächte Britanien, Russland, Österreich, Preußen und Frankreich (Pentarchie)
- Gründung des Deutschen Bundes, lockerer Staatenbund mit souveränen Einzelstaaten
- Absicht: Deutschland sollte das Mächtegleichgewicht nicht durch eine Einigung gefährden
- Solidaritätsprinzip: Im Falle von revolutionären Unruhen in Deutschland, sollten sich die Großmächte gegenseitig militärisch unterstützen
- Legitimation der Fürstenherrschaft durch das Gottesgnadentum